Sympathisanten - Soziologie mit Kafka

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Sympathisanten

Bei Wikipedia wurde der trügerische Schein definiert (20. 8. 2013):
Als Sympathisant gilt eine Person, die für eine Gruppe, deren Idee, Ideologie oder ihre Vertreter Sympathie empfindet und dies oftmals öffentlich bekundet.

Der Begriff wurde von deutschen Behörden in den 1970er und 1980er Jahren vor allem im Zusammenhang mit der terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion geprägt und benutzt. Sympathisanten sind im Gegensatz zu Aktivisten nicht selbst tätig und nicht Mitglieder von Organisationen.
Ein Sympathisant unterscheidet sich vom Mitläufer dadurch, dass er aus eigener Überzeugung handelt und nicht unbedingt aufgrund des Verhaltens anderer.

Tatsächlich sind die wichtigsten Sympathisanten unauffällig, aber höchst effektiv tätig. Ein bitter ernstes Thema: Nach 1945 blieben viele verantwortliche Nazis als hohe Beamte ungeschoren auf hohen Posten – sie haben sich nicht als Alt-Nazis ge-outet. So konnten sie weiter geschickt ihre Meinungen äußern, Gesetze und Vorschriften prägen, effektive Netzwerke bilden – insbesondere die Wiedergutmachungsanträge von Opfern der Nazis ablehnen, oder zumindest die Ansprüche einschränken. Sie kassieren – bei Beamten vollautomatisiert – die höchstmöglichen Pensionen.

Zwar stellten Bund und Länder Hunderte von Sachbearbeitern zur Untersuchung von NSU ab, aus Handys wurden Tausende Seiten zur Überprüfung ausgedruckt, produktiv für den Büroschlaf. Währenddessen werden bei der Frage nach Sympathisanten mit der rechtsextremen Szene eigene Kollegen im Reflex so weit wie absurd möglich ausgeklammert. Die Vermutung liegt nahe, dass sich teilweise die Täter selbst untersuchen. Das liegt nahe bei allgemein bekannt etwa 20% Sympathisanten in der Bevölkerung: Wie soll das bei der Polizei, bei Beamten insgesamt anders sein? Wie sollen die dazu passenden Innenminister je Hinweise bekommen, wie unsinnig und schädlich die Zusammenarbeit mit V-Leuten im Staat ist?

 
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