von Philipp Sonntag | Schriftsteller
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Berichte aus Utopien

Das Glossar von "Soziologie mit Kafka" wird literarisch ergänzt durch Science Fiction, um mit anschaulichen Utopien die Phantasie anzuregen. Eine "Soziologie mit Kafka" kann zu neuen Welten beitragen, die weniger absurd werden sollen, als unsere Welt heute. Utopien sollen uns eine Vielfalt von Optionen – teils mit ganz neuen Problemen – veranschaulichen. Mit der Zeit werden über Bilder und Sprache hinaus auch Gefühle mit übertragen, dafür passt die Bezeichnung "Gefühlsshows".

Die Berichte aus Utopien werden in den folgenden Formen bereit gestellt:
  • Talkshows wie wir sie aus dem Fernsehen kennen, jedoch downgeloaded aus fernen Zeiten
  • Berichte des Zeitmaschinennavigators "Phila" (alias Philipp Sonntag)  


Talkshows bis 3224:


Literarisch sollen die verschiedenen Berichte aus den Utopien eventuell mögliche Entwicklungen unserer Gesellschaft veranschaulichen. Dabei erscheinen uns solche Zukünfte womöglich erst mal als fremd, als merkwürdig. Denn ungewohnte Entwicklungen betrachten wir mal voller Hoffnung, ein anderes mal voller Angst, und gelegentlich erscheinen sie uns einfach als absurd.

Ähnlich schwer wie wir haben es Menschen und andere diskutierfähige Typen, welche von Zukünften aus rückblickend auf uns Menschen schauen. Ihre Bemühungen erinnern an unsere tastenden Versuche, zum Beispiel das Leben im Mittelalter zu ergründen. Wie bei Kafka sind solche Betrachtungen nicht rein willkürlich. Wir können von Kafka lernen. Wir beobachten, wie sich etwas konsequent, mit Eigendynamik weiterentwickelt. Indem wir dann "Prognosen" versuchen,   da sind die Ermessensspielräume groß. Unser Verhalten kann eben auch zu absurden Konsequenzen führen. Seien wir mal ehrlich, optimal verhalten wir Menschen uns selten. Von daher sind wir noch keineswegs zivilisiert. Bestenfalls stecken wir derzeit in einer Vorstufe einer - irgendwann vielleicht kommenden - Zivilisation.

Dabei schämen wir uns viel zu wenig. Unsere seriöse, tüchtige, hoch geschätzte Wissenschaft, insbesondere die Soziologie, müsste uns eigentlich warnen und Hinweise geben, wie wir es besser machen könnten. Das gelingt zu selten. Also steckt die Soziologie entsprechend vorläufig noch in einer Vorstufe von zivilisierter Wissenschaft. Es fehlt der kafkaesk geschulte Blick. So werden die Absurditäten unseres Verhaltens zumeist übersehen. Deshalb versuche ich mit dem "Glossar" den Blick zu schärfen und mit den Utopien die Phantasie anzuregen, was alles passieren kann. Die Herausforderung ist real: Wohin uns unsere Hoffnung auf eine ethisch fundierte und zugleich stark zupackende Gesellschaftswissenschaft führen wird, das bleibt vorerst verborgen.

Als Zeitmaschinennavigator war ich beim Besuch in der Zukunft fasziniert. Ich musste jedoch lernen, Talkshows dürfen zwar die Wahrheit authentisch berichten, wegen der transgalaktischen Zensur (Kausalität einhalten!) ist aber nur erlaubt, zu berichten, was kaum jemand glaubt. Ordnung muss sein, erst kommt die Ursache, danach die Auswirkung. Wo kämen wir denn hin, wenn eine neue Technik erst neue Auswirkungen hat, und danach würde diese Technik rasch ordnungshalber "überarbeitet", weil die Auswirkungen uns nicht passen? Unsere Welt würde ähnlich absurd, wie von Kafka in dessen Geschichten beschrieben. Wir wollen aus der- oft so absurden - Vorstufe von Zivilisation herausfinden und eine Zivilisation erreichen, die zu Recht zivilisiert genannt wird.


@ Philipp Sonntag 2020
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